Der folgende Artikel wurde uns freundlicherweise von Manhattan Review, zur Verfügung gestellt. Manhattan Review bietet GMAT-Vorbereitungskurse in Deutschland an. 

Der GMAT

Der Graduate Management Admission Test (GMAT) ist ein 4-stündiger, standardisierter Test in englischer Sprache, der vom Education Testing Service (ETS) entworfen und weltweit im Auftrag des GMAC (Graduate Management Admission Council) angeboten wird. Ziel des Tests ist es, das quantitative und verbale Denkvermögen sowie die Effizienz der Sprachverwendung der Teilnehmer unter Zeitdruck zu bestimmen. Der GMAT beinhaltet 2 halbstündige Essays und bedient sich im übrigen des multiple choice Verfahrens. Der Test ist eine zwingende Zulassungsvoraussetzung für die MBA Programme an den international anerkannten Business Schools, wobei die erzielte Punktzahl die entscheidende Rolle spielt. Man kann den GMAT also nicht bestehen oder durchfallen, sondern nur eine bestimmte Punktzahl erzielen.

Zweck des Tests

Das individuelle Testergebnis jedes Kandidaten soll Aufschluss darüber geben, inwieweit ein Teilnehmer dazu in der Lage ist, komplexe Sachverhalte schnell zu analysieren, Probleme zu erkennen, und diese richtig zu lösen. Das lässt wiederum einen Schluss auf die Effizienz seiner Arbeitsweise zu, und es soll einen Anhaltspunkt über seine potenziellen Erfolgsaussichten in einem MBA Programm bieten.

Besondere Fachkenntnisse sind nicht Gegenstand des GMAT. Weder sind spezielle mathematische Fertigkeiten erforderlich, noch werden vertiefte wirtschafswissenschaftliche Kenntnisse oder eine besondere Allgemeinbildung verlangt. Vom geprüften Wissensstand her ist der GMAT im wesentlichen auf mathematische Grundlagen und genügende Kenntnisse der englischen Sprache einschließlich ihrer Grammatik beschränkt. Die Herausforderung besteht in den schwierigen Fragestellungen, die so den meisten Teilnehmern noch nicht begegnet sein werden und deren Logik man vor dem Test ausgiebig trainieren sollte.

Bedeutung des GMAT für die Bewerbung

Ob ein Bewerber die notwendigen Fähigkeiten zur Teilnahme an einem MBA Programm mitbringt, wird anhand des gesamten Bewerbungsmaterials entschieden. Formell ist der GMAT daher nur ein Kriterium von vielen. Das Auswahlkomitee räumt dem im GMAT erreichten Testergebnis im Rahmen der eingereichten Bewerbungsunterlagen jedoch einen ganz erheblichen Stellenwert ein. Verschiedene Gesichtspunkte sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Als standardisierter Test bietet der GMAT die nahezu einzige Vergleichsbasis für die Beurteilung des Potentials internationaler Bewerber. Es fällt den Komitees oftmals schwer, die Qualität ausländischer Hochschulabschlüsse zu beurteilen. Gleichermaßen schwierig ist es, die akademischen Leistungen von Bewerbern einzuschätzen, die aus Fachrichtungen kommen, in denen die Absolventen ganz überwiegend Bestnoten zu bieten haben, ohne dass eine klare Differenzierung zugunsten besonders befähigter Studenten möglich ist. Der Anreiz ist deshalb groß, für die Beurteilung der Bewerber, deren Zahl bei begehrten Programmen die Anzahl der angebotenen Studienplätze um das Zehnfache übersteigen kann, eine Vorselektion anhand des GMAT Scores vorzunehmen und nur bei einer geringen Zahl der Bewerber wirklich die umfangreichen anderen Materialien der Bewerbung zu bewerten.

Für akademisch gute Bewerber kann ein sehr gutes GMAT Ergebnis die Chance eröffnen, eines der seltenen Stipendien an guten Business Schools zu ergattern. Hervorzuheben ist auch, dass ein guter GMAT wegen seiner besonderen Bedeutung im Auswahlverfahren die realistische Aussicht eröffnet, auch ohne weit überdurchschnittliche akademische Noten an renommierten Business Schools angenommen zu werden.

Der Ablauf des GMAT CAT (Computer Adaptive Test)

Die für den GMAT veranschlagte Gesamtdauer beläuft sich auf knapp 4 Stunden, die reine Testzeit beträgt 3,5 Stunden. Den Anfang bilden zwei je halbstündige Essays. Nach einer kurzen optionalen Pause von 5 Minuten schließen sich die beiden multiple-choice Sektionen an, die in zufälliger Reihenfolge zu absolvieren sind. Hier erwarten den Testteilnehmer der quantitative (37 Fragen in 75 Minuten) und der verbale Teil (41 Fragen in 75 Minuten). Getrennt sind beide Teile von einer weiteren freiwilligen Unterbrechung von 5 Minuten Länge. Der Inhalt der einzelnen Sektionen wird im nächsten Kapitel dargestellt ("Die einzelnen Sektionen des GMAT").

Der GMAT wird mittlerweile vollständig am Computer geschrieben. Beide Essays und auch die multiple-choice Antworten werden direkt in den Computer eingegeben. Insbesondere hat das zur Folge, dass die Fragen zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge beantwortet werden müssen; erst nach der Beantwortung der jeweils gestellten Frage wählt der Computer die nächste Frage aus. Es ist nicht möglich, zu einem späteren Zeitpunkt zu einer bereits bearbeiteten Frage zurückzukehren. Für die Auswahl der Fragen greift der Computer auf einen umfangreichen Fragenpool zurück, der in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt ist. Je nachdem, ob die vorhergehende Frage richtig oder falsch beantwortet wurde, wird ein höherer oder niedrigerer Schwierigkeitsgrad erreicht. Der GMAT passt sich demnach dem Niveau des jeweiligen Teilnehmers an, um auf diese Weise das individuelle Leistungsvermögen zu bestimmen. Man spricht deshalb von einem Computer Adaptiven Test (GMAT CAT).

Merke: Den ersten ca. 8 Fragen der jeweiligen Sektion sollte daher besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sich die Qualität der Antworten hier besonders auf das Ergebnis auswirkt.

Die einzelnen Abschnitte des GMAT

I. Analytical Writing Assessment

In zwei je halbstündigen Essays sollen die Teilnehmer in dieser Aufgabe zu vorgegebenen Themen Stellung nehmen. Eines der Essays steht unter dem Titel "analysis of an issue", das andere befasst sich mit der "analysis of an argument". Die Abfolge der beiden unterschiedlichen Essayaufgaben ist zufällig.

In der "analysis of an issue" haben die Testteilnehmer ihre begründeten Meinungen zu einem vorgegebenen Thema darzustellen. Die Themen sind kontrovers, so dass es sich empfiehlt, abwechselnd zwei Blickwinkel einzunehmen und anschließend überzeugend eine Position zu beziehen.

Bei der "analysis of an argument" hingegen soll die vorgegebene Argumentationskette eines anderen kritisiert werden. Das Ziel ist es hier, auf logische Fehler oder sonstige Schwächen der Argumentation hinzuweisen.

II. Die quantitative Sektion

Dieser Testabschnitt weist zwei Fragetypen auf, Problem Solving und Data Sufficiency. Beide erscheinen in zufälliger Reihenfolge, ungefähr im Verhältnis von 2 zu 1 im Test.

a. Problem Solving Es sind kurze mathematische Textaufgaben aus den Bereichen Algebra, elementare Geometrie, Prozentrechnung und Statistik zu lösen. Aus 5 vorgegebenen Antworten ist die richtige auszuwählen.

b. Data Sufficiency Im Unterschied zur Problem Solving Aufgabe ist hier nicht das Ergebnis der Aufgabe zu ermitteln, sondern es soll beantwortet werden, welche Informationen zur Lösung der Aufgabe benötigt werden. Hierzu werden zusätzlich zu der Aufgabe zwei Informationen 1 und 2 vorgegeben (z.B. 1. x=y-14; 2. r=2x). Der Teilnehmer hat zu entschieden, ob die gestellte Aufgabe gelöst werden kann nur mit Information 1 allein, nur mit Information 2 allein, mit den Informationen 1 und 2 zusammen, sowohl mit Information 1 allein als auch mit Information 2 allein, oder ob eine Lösung mit den Informationen 1 und 2 nicht möglich ist.


IV. Die verbale Sektion

Die verbale Sektion enthält nur Fragen aus den Bereichen Reading Comprehension, Critical Reasoning und Sentence Correction. Sie werden dem Teilnehmer wiederum in zufälliger Reihenfolge präsentiert und stehen mengenmäßig im gleichen Verhältnis zueinander.

a. Reading Comprehension

Zu längeren Testpassagen (ca. 350 Wörter pro Passage) werden jeweils drei oder vier Fragen gestellt. Erforderlich für die richtige Beantwortung ist das Verständnis der logischen Struktur der Texte, die Auffassung der Details der konzentriert dargebotenen Fakten sowie interpretatorische Fähigkeiten.

b. Critical Reasoning Im Testabschnitt "Critical Reasoning" sind Fragen zu kurzen Textpassagen zu beantworten, die Situationsbeschreibungen enthalten. Es geht darum, wie eine bestimmte These unterstützt oder geschwächt werden kann. Hierzu werden fünf Lösungsvorschläge angegeben, aus denen der beste auszuwählen ist. Es werden vornehmlich das analytische und logische Denkvermögen getestet.

c. Sentence Correction

Aus fünf vorgegebenen Variationen eines Satzes soll die beste ausgewählt werden. Der Kandidat hat dabei nicht nur eine grammatikalisch einwandfreie Lösung zu suchen, sondern muss auch die sprachlich effizienteste Variante herausfinden. Dieser Teil des GMAT-Tests wird von deutschen Teilnehmern regelmäßig als der schwierigste Aufgabentyp empfunden.

Dazu ein Tip der amerikanischen Linguistin Laura Staum, die bei Manhattan Review den verbalen Teil des Unterrichts konzipiert:

"It is true that the Sentence Correction section of the GMAT is very demanding and requires extensive preparation, even for native speakers. In this respect it is crucial to realize that this section of the test is much more about logic than about language skills, just as the other sections of the GMAT are. Therefore, you do not need to worry too much if you think your knowledge of English grammar is insufficient; you just have to learn certain rules of English grammar on which the questions in the Sentence Correction are frequently based. Both Germans and native speakers face the necessity of familiarizing themselves with these basic principles of English grammar and language efficiency that the Sentence Correction section examines."

Bewertung des Tests

Jeweils einzeln aufgelistet werden im Official Score Report die Scores für die Essays (von 0 bis 6 Punkten) sowie für den quantitativen und den verbalen Teil (jeweils bis 60 Punkte). Darüber hinaus wird das Gesamtergebnis ermittelt, wobei 200-800 Punkte erreicht werden können. Die Durchschnittspunktzahl liegt derzeit bei ca. 500. Die deutschen Teilnehmer liegen etwas darüber bei 534 Punkten. Ergebnisse unter 250 Punkten sind recht selten. Gleiches gilt für Punktzahlen über 650; dennoch erreichen einige wenige Prozent der Teilnehmer ein solches Ergebnis, und die wenigen Top Business Schools füllen ihre MBA Programme mit Teilnehmern, die durchschnittlich um die 700 Punkte und mehr erzielen.

Will man an einer guten Schule angenommen werden, so sollte man versuchen, in allen Sektionen des Tests hoch zu punkten, da sich nur so ein hohes Gesamtergebnis erzielen lässt. Nur die beiden Essays sind nicht ganz so wichtig: Ihre Note (0-6 Punkte) wird zwar einzeln ausgewiesen, findet jedoch keinen Eingang in das Gesamtergebnis.

Testzentren in Deutschland: Orte und Termine

In Deutschland gibt es vier Testzentren für den GMAT; sie befinden sich in Hamburg, Frankfurt a.M., München und Berlin. Die Anmeldung ist nur über die Firma Sylvan in den Niederlanden möglich (siehe unten). Zu beachten ist, dass grenznahe Testzentren im Ausland für manche von Ihnen womöglich schneller zu erreichen sind. Derzeit kann der GMAT von September bis November an jedem Werktag abgelegt werden; in den anderen Monaten gilt das gleiche mit dem Unterschied, dass jeweils in der ersten Woche keine Tests angeboten werden, dafür aber an jedem zweiten Samstag.

Die Anmeldung zum GMAT

Die Anmeldung für den GMAT kann telefonisch, per Fax oder auf dem Postweg bei Sylvan Learning Systems B.V. in den Niederlanden erfolgen:

Sylvan Learning Systems B.V. CITO P.O. Box 1109 6801 BC Arnhem Netherlands Tel. 0031-26-352-1577 Fax. 0031-26-352-1278

Die Bezahlung der Kursgebühr von $190 ist nun auch mit Kreditkarte möglich.

Ratschläge zur Vorbereitung

Es gibt zwei Möglichkeiten, sich auf den GMAT vorzubereiten: Das Selbststudium oder Vorbereitungskurse.

Ein Vorzug des Selbststudiums besteht darin, dass Sie in ihrem eigenen Tempo und nach Ihren eigenen Vorstellungen lernen können und flexibel in der Zeitgestaltung sind. Aus der Fülle von Studienmaterialien ist der "Official Guide for GMAT Review" vom Graduate Management Admission Council hervorzuheben. Er bietet Aufgaben, die tatsächlich Bestandteil von älteren GMAT Tests waren. Leider haben die Testmacher dort nur Aufgaben von leichterer Schwierigkeit ausgewählt, die dem Teilnehmer keinen echten Überblick über den eigenen Leistungsstand geben. Es ist daher empfehlenswert, immer eine Kombination von mehreren Büchern zur Vorbereitung hinzuzuziehen.

Vorbereitungskurse auf den GMAT erfreuen sich insbesondere in den USA großer Beliebtheit und weisen eine Vielzahl von Vorteilen auf. Handelt es sich um einen guten Kurs, so werden in komprimierter Form die wesentlichen mathematischen und sprachlichen Kenntnisse, die für den GMAT erforderlich sind, sowie die effizientesten Herangehensweisen an die verschiedenen Aufgabentypen einschließlich der wesentlichen short cuts für eine schnelle Lösung vermittelt. In einem Kurs vermittelte Lerninhalte werden nach lernpsychologischen Erkenntnissen besser aufgenommen und deutlich länger behalten, als es bei der rein kognitiv-abstrakten Annäherung an den Lernstoff durch die Heimlektüre von Texten der Fall sein kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie die Lösungen von Aufgaben "life" verfolgen können. Das vermittelt Ihnen ein Gefühl für effiziente Lösungsansätze und insbesondere den Zeitaufwand, den man für die verschiedenen Aufgabentypen einplanen sollte. Nicht zu vergessen ist schließlich, dass Sie durch die Kurse einen Ansprechpartner für Fragen bekommen, der Ihnen regelmäßig auch nach den Kursen noch zur Verfügung steht.


Insbesondere GMAT-Kandidaten, die ein besonders hohes Ergebnis erzielen möchten oder - mit Tests dieser Art nicht vertraut sind oder - die dazu neigen, in Tests unterhalb ihres Leistungsvermögens abzuschneiden oder - die auf einigen Gebieten des GMAT eine besondere Förderung bekommen möchten, ist die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs unbedingt zu empfehlen.

Die wohl wirkungsvollste Vorbereitung auf dem GMAT wird eine Kombination aus Selbststudium und Vorbereitungskursen sein. Sie kommen so in den Genuss der Vorteile eines Kurses, und erhalten doch die Gelegenheit, anschließend durch Nachbereitung und Testtraining ihre individuellen Schwächen und Wissenslücken zu beseitigen.

Anbieterin eines solchen GMAT-Kurses auch in Deutschland ist eine Gruppe von internationalen Doktoranden von der bekannten Columbia Business School. Dazu Jörn Meißner von Manhattan Review:

"Man kann sich auf den GMAT sehr gut vorbereiten und dies ist heutzutage auch unbedingt notwendig. Reichten Mitte der 90er Jahre noch 650 Punkte für die Aufnahme an einer Top School, liegt heute der Durchschnitt der angenommenen Bewerber bei sechs bekannten Business School schon über 700 Punkten und die Tendenz ist weiter steigend. Dies liegt daran, dass sich die Bewerber in anderen Ländern bis zu einem Jahr auf den Test vorbereiten. Viele Bewerber aus Deutschland nehmen den Test leider immer noch nicht ernst genug und bereiten sich nur unzureichend vor. Daher erhalten auch ansonsten sehr gute Bewerber Absagen, obwohl viele US-Schools gerne mehr Studenten aus Deutschland zulassen würden. Da aber der durchschnittliche GMAT-Score der zugelassenen Bewerber ein Prestigewert der Schulen darstellt, sind den Admission Commitees in ihrer Flexibilität die Hände gebunden."

Weitere Infos zur MBA-Bewerbung und den Vorbereitungskursen finden Sie auf den Webseiten von Manhattan Review (link auf www.review.de).


Official Score Report und Wiederholungen des GMAT

Für Teilnehmer, die sich für ein anerkanntes MBA Programm bewerben, besteht die Möglichkeit, bei dem testabnehmenden Unternehmen Educational Testing Service (ETS) zu beantragen, dass der Official Score Report des GMAT der jeweiligen Business School zugeschickt wird. Direkt nach dem GMAT im Testzentrum können Teilnehmer bis zu 5 Business Schools benennen, denen der Official Score Report zugeschickt werden soll. Dieser Service steht kostenfrei zur Verfügung. Für spätere Zusendungen des Official Score Report wird pro Business School eine Gebühr von $25 berechnet.

Die wiederholte Teilnahme am GMAT ist beliebig oft möglich, allerdings fallen jedesmal dann wieder neue Testgebühren an. Die Testergebnisse bleiben fünf Jahre gespeichert, wobei die 3 letzten GMAT Scores den Business Schools zugeschickt werden. Man muss damit rechnen, dass die Business Schools bei einer Vielzahl von Bewerbern mit vergleichbarem GMAT Ergebnis denjenigen den Vorzug geben, die das Ergebnis bereits beim ersten Mal erreicht haben. Von einer Wiederholung des Tests sollte Sie dies nicht abschrecken. Dennoch zahlt es sich eher aus, wenn man sich bereits auf den ersten Versuch optimal vorbereitet, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer MBA Bewerbung!